Aussicht von Höchenschwand

Aussicht von Höchenschwand

Von Rechtsanwalt A. Mutter, Freiburg

geschrieben und veröffentlicht in den 20er Jahren
bearbeitet Ende der 40er Jahre

Höchenschwand liegt auf einem die Umgebung weithin beherrschenden Höhenrücken, der von Norden nach Süden zum Rheintal allmählich abfällt und deshalb eine unvergleichliche und fast unbegrenzte Fernsicht ermöglicht. Man übersieht den größten Teil des südlichen Schwarzwaldes. So im Nordwesten das Feldberggebiet, im Westen die Höhen des Hotzenwaldes, im Osten den Hohen Randen und einzelne Kegel des Hegaus. Vor allem aber baut sich im Süden die benachbarte Schweiz aus der Tiefe des Rheintals über die Mittelgebirge des Jura bis zu den höchsten Alpenketten auf. Bei günstigen Sichtverhältnissen (insbesondere im Frühjahr und Herbst) ist die Schweizer Gebirgswelt in ihrer ganzen Ausdehnung vom Montblanc westlich bis zur Ostgrenze der Schweiz, und darüber hinaus ein großer Teil der Tiroler und bayerischen Alpen bis zur Zugspitze zu übersehen, ein Bild von unvergleichlicher Größe und Pracht, das kein Beschauer je vergessen kann.
 
Heimatbegeisterte Schweizer haben wiederholt versichert, daß sie von keinem Platze der Schweiz selbst aus ein derart umfassendes und eindrucksvolles Bild ihres schönen Landes finden konnten. Die Rundsicht ist am umfassendsten auf -der Höhe 5 Minuten westlich der Dorfmitte (Orientierungtsafel auf dem Wasserbehälter).
 
Von diesem Standpunkt aus seien im einzelnen erwähnt:
 
Im Nordwesten der Feldberg (höchster Berg des Schwarzwaldes) mit Turm und Hotel rechts daneben. Links schließen sich die beiden Spießhörner an und dann das Herzogenhorn, kenntlich an dem steilen Abfall rechts; Berge, die den Besuchern des Feldberger Skigebietes wohl vertraut sind. Im Westen dehnen sich über dem tief eingeschnittenen Albtale im Vordergrund die Berge und Täler des Hotzenwaldes weithin aus. Zunächst über dem Albtal liegt mit bescheidener Kirche das Dörfchen Urberg, von Malern vielfach besucht.
 
Südwestlich erscheint aus einer Senkung die Spitze des Sattelturms der Kirche von Hierbach. Dahinter liegen auf den Hochflächen des Hotzenwaldes zahlreiche Dörfer zerstreut, ganz oder zum Teil sichtbar; so auch Görwihl, einst Mittelpunkt und Hauptort des Hotzenwaldes. Im Westen ganz im Hintergrunde der Hochkopf (westlich Todtmoos) mit Aussichtsturm zwischen Tannen. Im Südwesten der lange Rücken des Hornberg mit drei flachen Kuppen. Etwas unterhalb der rechten Kuppe (Hornberg) auf unbewaldeter Fläche die Oedlands-kapelle. Vorgelagert auf schönem Bergkegel die Gugel mit neuem Aussichtsturm. Einblicke in die Tiefen des zunächst gelegenen Albtales gibt ein kleiner Spaziergang westwärts, etwa 10 Minuten.
 
Östlich fällt der Höchenschwander Bergrücken zum Tal der Schwarzach ab, die den Abfluß des Schluchsees zum Rheine bildet. Darüber hinweg schweift der Blick bis zum Bergrücken des Hohen Randen, der die Bodensee-Gegend verdeckt, jedoch einzelne Kegelspitzen des Hegaus noch erkennen läßt.
 
Im Südosten sei noch auf die aus einem Waldgebiet mächtig aufragende Ruine der Küssaburg aufmerksam gemacht. Aus dem tiefliegenden von Westen nach Osten verlaufenden Rheintal grüßen einzelne Dörfchen, insbesonders des Schweizer Ufers.
 
Die einzelnen Bergspitzen der Alpen und Vorberge wollen aus der beiliegenden Skizze ersehen werden. Besonders sei hingewiesen auf die benachbarten und darum besonders mächtig erscheinenden Gebirgsstöcke des Berner Oberlandes (Jungfrau, Mönch, Eiger), Titlis, Urirothstock, Tödi und Glärnisch. Rigi und Pilatus werden oft vom Dunstgebiet aus der Tiefe erreicht und sind dann schwer erkenntlich.
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